Hobbybastler Daniel Backhaus und sein 3D-Drucker. Bild: LWL/Seifert

17.06.2020: "Mit Eigeninitiative und Knowhow"

Daniel Backhaus fertigt Schutzvisiere für die LWL-Klinik Marl-Sinsen

Nicht lange schnacken, sondern machen. Das könnte das Motto von Daniel Backhaus sein. Als der 40-Jährige die ersten Berichte über die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus gelesen hat, war ihm sofort klar, „da muss ich etwas tun, um mitzuhelfen, meine Kolleginnen und Kollegen und auch unsere Patienten zu schützen.“ Backhaus ist Mitarbeiter in der klinikeigenen Technik der Marler Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Glücklicherweise ist er ebenfalls Mitglied in der sogenannten Maker-Szene, einer großen Gemeinschaft von Hobbybastlern und Tüftlern. Hier gab es bereits erste Programme für die Erstellung einer Visierhalterung mithilfe eines 3D-Druckers – und den hat so ein Tüftler natürlich im Keller stehen. „Der Drucker ist mit einem Plastikfaden bestückt. Dieser wird entsprechend des Programms in Schichten übereinander gedruckt, bis die Visierhalterung fertig ist. Dieser Vorgang dauert etwa dreieinhalb Stunden“, erklärt Daniel Backhaus die Herstellungsweise der Visierhalterung. Das Visier selbst besteht aus einer 0,3-Millimeter starken Folie. In diese werden mit einem Locher Löcher gestanzt, in welche die Visierhalterung dann eingeklickt werden kann.

Entsprechende Folie hatte Backhaus bereits vorrätig und so stand der Herstellung eines ersten Schutzvisiers nichts mehr im Wege. Nachdem die Betriebsleitung den Prototyp gesehen hatte, gab sie grünes Licht für die Produktion.  Weiterer Kunststoff wurde bestellt und die Hygienebeauftragte lieferte das passende Gummiband zur Befestigung der Schutzvisiere am Kopf. „Natürlich sind das keine industriell gefertigten und geprüften Medizinprodukte“, weiß der Tüftler, „aber sie sind genau, wie die Community-Masken, in jedem Fall besser als kein Schutz.“

Circa 80 Visiere hat Daniel Backhaus bereits hergestellt, die in den LWL-Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marl und Hamm sowie in einer Tagesklinik zum Einsatz kommen. Dafür hat der Tüftler mehr als drei Wochen gebraucht, in denen sein Drucker nonstop gelaufen ist. Dass er dabei teilweise auch seine Freizeit geopfert hat, ist für Daniel Backhaus kein Problem: „Ich freue mich einfach, wenn ich helfen kann!“